Albrecht Klink

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Wilhelm Klink (1874–1952). Bildhauer, Kunstmaler und Heimatforscher in Horb am Neckar

Wilhelm Klink war Bildhauer, Kunstmaler, Zeichner, Restaurator und Heimatforscher in Horb am Neckar. Er gilt als der letzte bedeutende Vertreter der Horber Bildhauerschule. Bekannt ist er heute vor allem durch das Horber Bilderbuch, die Bemalung von Rat- und Wachthaus am oberen Marktplatz.

19. Januar 1874, Untertalheim  ·  2. April 1952, Horb am Neckar

Wilhelm Klink ist der Großvater des Bildhauers Albrecht Klink. Sein künstlerisches Werk umfasst religiöse Skulpturen und Gemälde, Zeichnungen, historische Rekonstruktionen, Modelle und Fassadenmalereien. Er hat über fünf Jahrzehnte hinweg gearbeitet. Gleichzeitig beschäftigte er sich sein Leben lang mit der Geschichte seiner Heimatstadt Horb und ihrer Umgebung.

Selbstbildnis von Wilhelm Klink aus dem Jahr 1917, Öl auf Leinwand, in einem vergoldeten Rahmen
Wilhelm Klink, Selbstbildnis, 1917, Öl auf Leinwand.

Seine Bedeutung geht über die Rathausfassade hinaus. Klink hinterließ zahlreiche Spuren im Stadtbild von Horb und in den Kirchen der Region. Er dokumentierte historische Gebäude, fertigte Rekonstruktionszeichnungen an, beschäftigte sich mit mittelalterlichen Kunstwerken und setzte sich für deren Erhaltung ein. 1917 entdeckte er im Steinhaus die lange verschollene Horber Madonna.

Herkunft, Lehre und Ausbildung

Wilhelm Klink wurde am 19. Januar 1874 in Untertalheim geboren. Der Ort gehört heute zur Stadt Horb am Neckar. Schon mit etwa sechzehn Jahren begann seine berufliche Ausbildung. Über sie hat er später selbst gesagt, er habe sie eigentlich niemals ganz beendet.

1889 trat er beim Bildhauer Vollmer in Rottenburg in die Lehre ein. Dort blieb er nur ein Jahr. Anschließend wechselte er nach Horb in die Werkstatt von Peter Paul Hausch. Diese Werkstatt stand in der Tradition der Horber Bildhauerschule und war auf kirchliche Kunst und insbesondere auf die Ausstattung von Kirchen spezialisiert. Die dort fortgeführte Kunstrichtung Johann Nepomuk Meintels entsprach seinen künstlerischen Absichten mehr.

1892 legte Wilhelm Klink die Gesellenprüfung mit bestem Erfolg ab. Danach besuchte er die Kunstgewerbeschule in Nürnberg. Dort unterrichteten ihn die Professoren Schwabe, Rößner und Fleischmann, letzterer ein bekannter Veit-Stoß-Forscher. Die Nürnberger Jahre ergänzten die handwerkliche Ausbildung um eine weiterführende künstlerische Schulung.

Der Begriff Horber Bildhauerschule bezeichnet keine Kunsthochschule im heutigen Sinne. Gemeint ist eine über mehrere Generationen bestehende Werkstatt- und Ausbildungstradition, die in Horb vor allem mit der kirchlichen Kunst verbunden war. Zu ihren wichtigen Namen gehören Johann Nepomuk Meintel, Peter Paul Hausch und schließlich Wilhelm Klink. Das Besondere an dieser Ausbildung war die Verbindung verschiedener Fähigkeiten. Bildhauer, Maler, Zeichner, Ornamentiker und Restauratoren arbeiteten eng zusammen. Diese Vielseitigkeit findet sich später in Klinks eigenem Lebenswerk wieder.

Das eigene Atelier in Horb

Nach der Ausbildung arbeitete Wilhelm Klink als selbständiger Künstler in Horb am Neckar. Aus seinem Atelier gingen zahlreiche Werke hervor, ein großer Teil davon im Zusammenhang mit Kirchen und religiöser Kunst. Klink war dabei nicht auf eine Technik festgelegt. Er arbeitete als Bildhauer, Kunstmaler, Zeichner, Grafiker, Restaurator, Entwerfer und als Rekonstrukteur historischer Gebäude und Kunstwerke. Gerade diese Verbindung macht sein Werk heute interessant.

1904 heiratete er Sophie Bareis. Aus der Ehe gingen mehrere Kinder hervor, unter ihnen Josef Klink, der später die Schrift Alt-Horb, eine historische Stadt-Führung verfasste und darin ausdrücklich auf die Aufzeichnungen seines Vaters zurückgriff.

Das Horber Bilderbuch

Das bekannteste Werk Wilhelm Klinks steht mitten im historischen Zentrum von Horb am Neckar: die Bemalung des Rat- und Wachthauses am oberen Marktplatz, die heute als Horber Bilderbuch bekannt ist.

Am 2. Juli 1925 beschloss der Horber Gemeinderat die Erneuerung der Außenseiten von Rat- und Wachthaus. Gleichzeitig wurde die Ausmalung der Fassaden mit Darstellungen aus der Horber Geschichte und mit Porträts bedeutender Persönlichkeiten nach Entwürfen des Kunstmalers Wilhelm Klink beschlossen. Vorgesehen waren 2500 Reichsmark. Klink war zu diesem Zeitpunkt 51 Jahre alt.

Da die Stadt aus Kostengründen auf die ursprünglich vorgesehenen Gipserarbeiten verzichtete, musste Klink seine Malerei nach einer dreifachen Grundierung direkt auf den vorhandenen alten Putz aufbringen. Er verwendete Keimsche Mineralfarben. Die Arbeiten begannen 1925, die Figuren- und Wappenfriese wurden im August 1927 fertiggestellt.

Damit machte Wilhelm Klink die Fassaden zu einer Art öffentlichem Geschichtsbuch der Stadt. Die Malereien zeigen historische Persönlichkeiten, Wappen und Szenen aus der Geschichte Horbs, unter ihnen Dietrich Gutermann, der 1352 das Spital zum Heiligen Geist gegründet haben soll, Gräfin Ita von Toggenburg und Graf Rudolf der Letzte von Hohenberg. Der Kultur- und Museumsverein Horb bezeichnet diese Fassadenmalerei als eine der herausragenden selbständigen malerischen Leistungen des letzten Vertreters der Horber Bildhauerschule.

Das ist bezeichnend für Wilhelm Klinks ganzes Denken: Geschichte sollte nicht nur in Büchern bewahrt werden, sondern sichtbar und verständlich bleiben. 2027 wird das Horber Bilderbuch hundert Jahre alt.

Der Heimatforscher

Neben seiner Tätigkeit als Künstler entwickelte Wilhelm Klink eine intensive Leidenschaft für die Geschichte seiner Heimat. Er spürte historische Spuren auf, dokumentierte Gebäude und rekonstruierte alte Darstellungen. Er beschäftigte sich unter anderem mit den historischen Stadttoren von Horb, mit Burgen und Schlössern wie dem Wasserschloss Hornau, der Burg Hohenberg und der Burg Herrenberg, mit historischen Stadtansichten, mittelalterlichen Kunstwerken sowie mit alten Brunnen und Gebäuden.

Dabei verband Klink sein künstlerisches Können mit historischen Recherchen. Wo schriftliche Quellen allein nicht ausreichten, versuchte er anhand von alten Abbildungen, Bauformen und erhaltenen Spuren ein Bild der Vergangenheit zu gewinnen. Viele dieser Zeichnungen besitzen heute einen zusätzlichen Wert, weil sie Gebäude oder Zustände zeigen, die später verändert wurden oder ganz verschwunden sind. Ein Teil seiner Zeichnungen befindet sich im Bestand des Stadtmuseums Horb.

Wilhelm Klink stand dem Altertumsverein vor, gründete das erste Museum in Horb und legte dort die Altertümersammlung an. Außerdem war er im Sülchgauer Altertumsverein aktiv, der die Geschichte der Hohenberger erforscht.

Seine Arbeit lässt sich aus heutiger Sicht als eine frühe Form aktiver Heimat- und Denkmalpflege verstehen. Man darf sie allerdings nicht mit heutigen denkmalpflegerischen Standards gleichsetzen. Die Restaurierungsmethoden seiner Zeit unterschieden sich teilweise erheblich von heutigen Grundsätzen. Sein Verdienst liegt darin, dass er historische Kunstwerke und Gebäude überhaupt als schützenswerte Zeugnisse erkannte und sich für ihre Erhaltung einsetzte.

Die Wiederentdeckung der Horber Madonna

Die bekannteste Entdeckung Wilhelm Klinks ist die Horber Madonna. 1917 fand er die lange verschollene spätmittelalterliche Figur im Steinhaus in Horb. Sie war in viele Einzelteile zerbrochen und unter einem Holzstapel verborgen. Klink erkannte ihre kunsthistorische Bedeutung und setzte sich für eine Restaurierung ein.

Die Madonna wird dem sogenannten Kreuzwinkelmeister zugeschrieben und in das frühe 15. Jahrhundert datiert. Die Restaurierung wurde in einer Ulmer Werkstatt durchgeführt und in den 1930er Jahren abgeschlossen. Die heute vorhandene Krone entstand im Zusammenhang mit dieser Restaurierung neu.

Klinks Entdeckung ist ein besonders eindrucksvolles Beispiel dafür, wie seine Tätigkeit als Künstler und seine Tätigkeit als Heimatforscher ineinandergriffen.

Religiöse Kunst und Arbeiten in den Kirchen der Region

Ein großer Teil von Wilhelm Klinks künstlerischem Werk entstand im Bereich der christlichen Kunst. Die Ausbildung in der Hausch-Werkstatt hatte ihn mit der Tradition der kirchlichen Bildhauerkunst vertraut gemacht. Er schuf und bearbeitete Skulpturen, Altäre, Altarbilder, Wand- und Deckenmalereien, religiöse Bildwerke, Krippen und Restaurierungen historischer Kunstwerke.

Wilhelm Klink sitzt 1950 in seiner Werkstatt und arbeitet an einem geschnitzten Kruzifix, im Hintergrund seine Schnitzeisen
Wilhelm Klink 1950 in seiner Werkstatt mit dem Kruzifix, das später auf seinem Grab stand. Zwei Jahre danach ist er gestorben.

In seinem Geburtsort Untertalheim erinnern Arbeiten an den dort geborenen Künstler. In der Kirche St. Michael und Laurentius stammen die vierzehn Nothelfer und eine Schutzmantelmadonna von ihm.

In der Ottilienkapelle bei Horb befindet sich sein Gemälde Dreimal wunderbare Mutter von 1935. Es steht im Zusammenhang mit der Schönstattverehrung. Im unteren Teil des Altarblatts stellte Klink einen Bezug zwischen Schönstatt und der Stadt Horb her. Ursprünglich war das Werk in der Stiftskirche untergebracht.

In Grünmettstetten schuf er ein Deckengemälde mit der Anbetung der Heiligen Drei Könige. 1924 entstand ein Kriegergedächtnisaltar in der Marienkirche in Altheim. In der Heilig-Kreuz-Kirche in Rottweil gestaltete er 1949 und 1950 zwei Weihnachtsszenen für eine Krippe. Bemerkenswert ist, dass er die biblische Geschichte dort in einen regionalen Zusammenhang stellte: anstelle eines traditionellen Stalls verwendete er die Ruine einer gotischen Kapelle und bezog die Silhouette der Reichsstadt Rottweil in die Darstellung ein.

Das Herrenberger Kirchenmodell von 1929

Ein außergewöhnliches Beispiel für Klinks historische Rekonstruktionsarbeit ist das Modell der Herrenberger Stiftskirche von 1929. Es zeigt die Kirche mit ihren historischen Zwillingstürmen. Diese Türme waren nach einem Blitzschlag im Jahr 1749 abgebrochen worden, seither trägt die Stiftskirche die bekannte Turmhaube. Ein Kupferstich von Matthäus Merian hatte das Bild der ursprünglichen Doppeltürme bewahrt und brachte die Herrenberger Stadtväter auf die Idee zu dem Modell.

Es entstand zum 700-jährigen Stadtjubiläum und wurde beim Festzug von vier Kindern auf einer Art Sänfte durch die Straßen getragen. Die Idee historischer Gebäudemodelle war zuvor in Horb umgesetzt worden, als deren Initiator Wilhelm Klink genannt wird. Das Modell ist später wiederentdeckt und mit Spenden aus der Bürgerschaft restauriert worden.

Der Horber Kropfer

Eine weniger bekannte Seite seines Schaffens betrifft die Horber Fasnacht. Wilhelm Klink nahm in jungen Jahren selbst daran teil, eigene Holzmasken schnitzte er allerdings nicht. Erst Ende der 1940er Jahre ging die Horber Narrenzunft daran, einen ersten eigenen Narrentyp zu schaffen, den Horber Kropfer. Wilhelm Klink fertigte dafür die Entwürfe an. Die Holzmaske selbst schnitzte Anfang der 1950er Jahre Georg Bergmann. Auch hier zeigt sich, dass Klink bis in seine letzten Lebensjahre mit dem kulturellen Leben seiner Heimatstadt verbunden blieb.

Das Haus am Aischbach

Ein wichtiger persönlicher Ort in Klinks Leben war das Haus am Aischbach in der Neckarstraße in Horb. Klink erwarb das historische Gebäude und richtete dort sein Atelier ein. Das Haus ist heute selbst Teil der Horber Stadtgeschichte. Die Verbindung zu Wilhelm Klink ist an der Fassade sichtbar: dort befindet sich ein von ihm geschaffenes Dreifaltigkeitsbild. Das Haus am Aischbach ist damit ein anschauliches Beispiel dafür, wie sich Klinks persönliches Leben, seine künstlerische Tätigkeit und die Geschichte der Stadt Horb miteinander verbinden.

Fridolin Knöpfle über Wilhelm Klink

Der Heimatforscher Fridolin Knöpfle kannte Wilhelm Klink persönlich. In seinem 1982 erschienenen Buch Alt-Horb schildert er dessen Lebensweg, seine Ausbildung, seine künstlerische Tätigkeit und seine Bedeutung für die Heimatforschung. Der folgende Abschnitt stammt aus diesem Buch.

Der letzte bedeutende und selbständige Vertreter der einst berühmten Horber Bildhauerschule war Wilhelm Klink, der am 19. Januar 1874 in Untertalheim geboren wurde und am 2. April 1952 in Horb starb.

Er hat zeitlebens gewirkt aus der Schau des überzeugten Christen als Bildhauer, Zeichner, Maler, als der nachhaltigste Heimatforscher und Geschichtsschreiber, auf dessen Forschungen zwei Generationen Heimatkundler aufbauen konnten. Wilhelm Klink hat im Jahre 1917 im Steinhaus die lange verschollene Horber Madonna entdeckt, die in vielen Einzelteilen unter Holzbeigen vergraben worden war.

Schon ab dem 16. Lebensjahr widmete sich Wilhelm Klink der beruflichen Ausbildung, „die ich eigentlich niemals ganz beendet habe“, berichtete er mir am Vorabend seines 75. Geburtstages. Im Jahre 1889 trat Wilhelm Klink bei Bildhauer Vollmer in Rottenburg in die Lehre. Er blieb dort aber nur ein Jahr, weil in der Zwischenzeit die Kunstrichtung Johann Nepomuk Meintels, die im Atelier von Peter Paul Hausch in Horb fortgeführt, mehr seinen künstlerischen Intensionen entsprach. 1892 legte Wilhelm Klink dann die Gesellenprüfung mit bestem Erfolg ab. Danach besuchte er die Kunstgewerbeschule in Nürnberg, wo er von den Professoren Schwabe, Rößner und Fleischmann (letzterer war ein bekannter Veit-Stoß-Forscher) unterrichtet wurde.

Nach einer gründlichen Ausbildung eröffnete Wilhelm Klink in Horb ein eigenes Atelier. Aus diesem sind zahlreiche bedeutende Kunstwerke in alle Welt hinausgegangen. Einzelne zu nennen wäre eine Herabsetzung anderer Werke.

Für Horb liegt die Bedeutung auf einem weiteren Gebiet: Wilhelm Klink hat alle wichtigen Bauten rekonstruiert und neu gezeichnet, so dass wir heute noch wissen, wie die Stadttore ausgesehen haben, die Burgen und Schlösser, wie z. B. das Wasserschloss Hornau, die Burg Hohenberg und die Burg Herrenberg.

Wilhelm Klink hat unermüdlich geforscht, und zwar mit seinem „siebten Sinn“: er wurde fast überall „fündig“ und konnte deshalb die arg verschüttete und besonders im Mittelalter arg vernachlässigte Heimatgeschichte ein gutes Stück auf den Weg der Zukunft bringen.

Als ich kürzlich mit einigen Leuten, die über Horb in Büchern, in Filmen und im Fernsehen berichten wollten, durch die Stadt gegangen bin, war ich selbst erstaunt, wieviel Spuren Wilhelm Klink in Horb hinterlassen hat: Im Rathaus, im Heimathaus Hoher Giebel, an den Brunnen der Stadt, in Liebfrauen und Heilig Kreuz, an seinem Wohnhaus in der Neckarstraße, in unendlich vielen Aufzeichnungen. Wilhelm Klink ist und bleibt ein großer Künstler, einer der größten Heimatpfleger und -forscher. Er war bescheiden in seiner Art, aber unerbittlich in seiner Überzeugung. Selbst massive Drohungen im Dritten Reich konnten den Altmeister der Horber Bildhauer nicht einschüchtern. Es war selbstverständlich, dass Wilhelm Klink dem Altertumsverein vorstand, das erste Museum gründete, die Altertümer Sammlung in Horb — und dass er aktiv war im Sülchgauer Altertumsverein, der die Geschichte der Hohenberger mit Nachdruck erforscht.

Künstler, Forscher, Rufer und Bekenner war Wilhelm Klink, fürwahr sehr viel für einen einzelnen Menschen. Die Welt bringt wenige Begnadete mit dieser Bandbreite hervor.

Fridolin Knöpfle: Alt-Horb. Geiger Verlag, Horb am Neckar 1982.

Wilhelm Klink heute

Zum 150. Geburtstag widmete das Stadtmuseum Horb dem Künstler 2024 eine umfangreiche Sonderausstellung unter dem Titel Eine „Horber Bilderbuch“-Karriere: Wilhelm Klink (1874–1952), Bildhauer, Maler, Grafiker und Heimatforscher. Sie lief vom 21. April bis zum 1. November 2024 und zeigte mehr als zweihundert Werke aus dem Museumsbestand sowie aus Privat- und Kirchenbesitz.

Im August 2026 wurden das Leben Klinks und die Geschichte der Rathausfassade zum Gegenstand eines Theaterprojekts. Unter dem Titel Horber Bilderbuch erweckte das Pina Bucci Teatro zum Abschluss des Horber Kultursommers die Figuren der Rathausfassade auf dem Marktplatz zum Leben. Zwei Journalisten führten durch Szenen, die bis zu vierhundert Jahre auseinanderlagen. Eine Wiederaufnahme für 2027 ist angekündigt.

Auch mehr als siebzig Jahre nach seinem Tod ist Wilhelm Klink im Stadtbild von Horb gegenwärtig. Er war mehr als der Maler des Horber Rathauses. Seine Arbeiten finden sich in Kirchen, an historischen Gebäuden, in Museen und im öffentlichen Raum. Seine Zeichnungen und Rekonstruktionen bewahren Erinnerungen an Gebäude, die längst verschwunden sind. Seine Wiederentdeckung der Horber Madonna bewahrte ein bedeutendes mittelalterliches Kunstwerk vor dem Vergessen. Und mit dem Horber Bilderbuch schuf er ein Werk, in dem sich seine beiden großen Leidenschaften unmittelbar verbinden, die Kunst und die Geschichte. Vielleicht liegt gerade darin seine besondere Bedeutung. Er wollte nicht nur Kunst schaffen. Er wollte Vergangenheit sichtbar machen.

Quellen und weiterführende Links

Buchquelle: Fridolin Knöpfle: Alt-Horb. Geiger Verlag, Horb am Neckar 1982. © 1982 Geiger Verlag Horb a. N., Gesamtherstellung Geigerdruck GmbH, Horb a. N.

Drei Generationen Klink